Ausstellungen & Veranstaltungen

Ab-Sense

2. bis 19. Juli 2026

Ausstellung aus der Reihe "Kollektive"
Teilnehmende Künstlerinnen: Michelle Gallagher, Tahmineh Mirmotahari, Jae Jin Park, Dolors Planiol.
Eröffnung: Donnerstag, 2. Juli 2026 um 19 Uhr.

 

Wie erleben wir Abwesenheit? Begegnen wir ihr nur im Moment des Verlusts, oder war sie schon immer Teil unserer Wahrnehmung? Verschwindet das, was nicht mehr da ist, wirklich? Oder existiert es in einer anderen Form, in einer anderen Art des Seins weiter?

Ab-Sense ist eine Ausstellung, die ihren Ausgangspunkt in der Spannung zwischen dem Gezeigten und dem Verborgenen, dem Gesagten und dem Unausgesprochenen, zwischen Präsenz und Abwesenheit findet. Der Titel selbst verwandelt Abwesenheit in Ab–Sense, nicht als festes Konzept, sondern als eine Art der Wahrnehmung. Hier wird Abwesenheit nicht als Leere verstanden, sondern als ein aktiver Zustand, der Sinn, Erinnerung und Überzeugungen prägt. Sie wird durch Fragmente, Spuren und Lücken wahrnehmbar.

Vier Künstlerinnen aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten nähern sich der Abwesenheit als gemeinsamem Feld, während sie ihre individuellen Praktiken beibehalten. Die Ausstellung bringt diese Positionen und eine kollektive Installation zusammen, nicht als Kontrast, sondern als Ausdruck eines gemeinsamen konzeptuellen Raums.

Anstatt eine Auflösung anzubieten, eröffnet die Ausstellung einen Raum, in dem die Abwesenheit in der Schwebe bleibt, denn was bleibt tatsächlich bestehen, wenn die Präsenz niemals vollständig ist?

Teilnehmende Künstlerinnen

Michelle Gallagher

Michelle Gallagher ist eine irische multidisziplinäre Künstlerin, die in Duisburg lebt und arbeitet. Ihre künstlerische Praxis umfasst Bildhauerei, Druckgrafik und Zeichnung. Michelle hat einen Bachelor of Arts in Bildender Kunst und ein Higher Diploma in Kunstpädagogik von der Limerick School of Art & Design in Irland.

In ihren Arbeiten behandelt sie Themen aus Folklore, Geomythologie und Ökologie aus einer weiblichen Perspektive.

Ab-Sence: Für diese Ausstellung hat sich Gallagher auf ihre persönlichen Erfahrungen mit Alzheimer konzentriert. Wenn wir geliebte Menschen verlieren, während die Krankheit die Oberhand gewinnt, bleiben wir zurück und erinnern uns daran, wie sie einmal waren. Das Fehlen ihrer Persönlichkeit, das Fehlen dessen, was einen Menschen ausmacht, ihn zu dem macht, der er ist.

https://www.michellegallagher.online/

Tahmineh Mirmotahari

Tahmineh Mirmotahari ist eine im Iran geborene Künstlerin, die seit 2022 in Düsseldorf lebt und arbeitet. Mit einem MFA in Malerei an der Tehran University of Science and Culture arbeitet sie experimentell in den Bereichen Malerei, Skulptur und Installation - mit einer künstlerischen Praxis, die in Fragen von Erinnerung, materieller Transformation und verkörperter Erfahrung verwurzelt ist.

Für sie spricht die „Abwesenheit" von einer Transformation, die sich fortwährend wandelt. Was verloren scheint, besteht weiterhin durch Erinnerung, Stille und die Anwesenheit dessen, was hätte sein können.

https://tahmineh-mirmotahari.com/

Jae Jin Park

Jae Jin Park Geboren in Chungnam, Südkorea, lebt und arbeitet sie derzeit in Düsseldorf. Sie absolvierte ihr Studium an der Hochschule für Bildende Künste Saar (HBK Saar) und erhielt den Titel der Meisterschülerin von Prof. Daniel Hausig.

In ihren Arbeiten, die sich zwischen Fotografie, Installation und Objektkunst bewegen, setzt sie sich mit dem Zusammenspiel von Licht und Raum auseinander.

Ab-Sence: Jae Jin Park interessiert jedoch nie der gefüllte, aktuell belebte Raum, sondern immer der menschenleere Raum. Obwohl diese minimalistischen Räume auf den ersten Blick wie klare geometrische Objekte wirken, reagieren sie unaufhörlich auf den Lauf von Wetter, Zeit und Jahreszeiten.

Diese kleinen Räume in dieser Ausstellung Ab-Sence bezeugen einerseits die menschliche „Abwesenheit", machen andererseits aber durch das Licht, das diese Leere füllt, das „Unsichtbare" sichtbar.

www.jaejinpark.com

Dolors Planiol

Dolors Planiol ist eine spanische Künstlerin, die in Düsseldorf lebt und arbeitet. Sie studierte Fotografie und Literatur in London und Spanien und absolviert derzeit ein Aufbaustudium in Fotografie und Archivwesen an der Universitat Autònoma de Barcelona.

In ihren Arbeiten, die Fotografie und Text verbinden, setzt sie sich auf intime Weise mit Themen rund um zwischenmenschliche Beziehungen, Erinnerung und alltägliche Momente. Erfahrungen, die wir alle irgendwann in unserem Leben erleben.

Ab-Sence: Der Verlust ist unendlich; unser ganzes Leben ist ein Weg, der aus Abwesenheiten besteht. Die menschliche Welt ist ein Universum, das von den Abwesenden bewohnt wird, von Leerstellen, die nie wieder gefüllt werden oder die niemand auf dieselbe Weise füllen kann; die Leere bleibt bestehen, selbst wenn jemand versucht, sie zu füllen.

Doch wie Julian Barnes sagte, ist auch das Vergessen keine Option. Deshalb konzentriert sich Planiol auf die Erinnerung in Form von Gegenständen, Fotografien, Texten. All dies sind Fragmente des Lebens, die es uns ermöglichen, Bedeutung zu bewahren und eine Verbindung zu dem zu erhalten, was abwesend ist.

www.dolorsplaniol.com

 

 

Eröffnung  Donnerstag, 2. Juli 2026 um 19 Uhr.

Ausstelllungszeitraum 2. bis 19. Juli 2026

Ausstellungsort

BBK Kunstforum Düsseldorf
Birkenstraße 47
40233 Düsseldorf

Öffnungszeiten

Freitags 17–20 Uhr
Samstags und Sonntags 15–18 Uhr

 

Abbildungen:

Teaserbild oben: Michelle Gallagher

Bild 1  Michelle Gallagher, Brain scans, (laufendes Projekt), Radierung auf Aluminium, 50x10x9cm, 2026

Bild 2  Tahmineh Mirmotahari, Paper Column, variable Papierinstallation, Druckgrafik, 2025

Bild 3  Jae Jin Park, Raumserien, Verpackungsschachteln, Pappe, 2026

Bild 4  Dolors Planiol, La casa de las flores, (laufendes Projekt), Fotografie, 2026